Oktober 2015

Rückzug auf Raten

Nach 25 Jahren hat Erhan Koser beim SV Türkspor Traineramt abgegeben / Für Abteilungsleitung findet er keinen Nachfolger Eigentlich muss man die Frage gar nicht stellen. Es liegt auf der Hand, dass Erhan Koser nun etwas fehlt, nachdem er das Traineramt beim SV Türkspor im Sommer abgegeben hatte. „Ja klar, ich habe das schließlich 25 Jahre gemacht“, bestätigt der 59-Jährige. Wohlgemerkt: Er vermisst die Arbeit mit der Mannschaft. Aber dazu fehlt Koser einfach die Zeit, deshalb wird diese Arbeit vorwiegend durch Adnan Erkenekli und Deniz Yilmaz erledigt. Genug zu tun gibt es für den ehemaligen Trainer aber immer noch in seinem Verein. Schließlich ist Erhan Koser nach wie vor das Mädchen für alles, als Abteilungsleiter des SV Türkspor fungiert er sowieso. Deshalb kann er auch ziemlich gut beurteilen, warum es noch nicht läuft in der neuen Spielklasse. Als die Nordbremer im Sommer aus der Bremen-Liga abgestiegen waren, da galten sie zumindest als potenzielle Kandidaten auf einen der Spitzenplätze in der Landesliga. Der logische Gedanke: Wer eine Liga verlassen muss, möchte in der darauffolgenden Saison regelmäßig wieder aufsteigen – eigentlich. Beim SV Türkspor hielt man sich dagegen zurück und gab den Klassenerhalt als Ziel aus. Heute steht fest: Die Verantwortlichen schätzten die Lage realistisch ein. Ein Sieg und ein Unentschieden stehen in der Bilanz des Tabellenvierzehnten, dazu sechs Niederlagen. „Unsere Mannschaft ist einfach zu jung“, sagt Erhan Koser. Ein Wunder ist das nicht angesichts der Abgänge. Neben Tuncay Selcik (29), jahrelang defensiver Fixpunkt des SV Türkspor, verabschiedeten sich nach dem Abstieg weitere erfahrene Kräfte. Andere, wie etwa Ayhan Yazgi (34), treten derzeit beruflich bedingt kürzer. Daneben sollte Muammer Eren vom 1. FC Burg die Konstante zwischen den Pfosten des Teams werden (Koser: „Ein sehr starker Torwart“). Er kann aus beruflichen Gründen allerdings nur sonntags antreten. Schließlich sah Turgay Kaptan bei der 1:2- Niederlage gegen den SC Vahr Blockdiek die Rote Karte und wurde für vier Partien aus dem Verkehr gezogen. „Zuletzt fehlten uns fünf Stammspieler“, sagt Erhan Koser. Er weiß natürlich, dass seinem SV Türkspor angesichts des schlechten Starts ein erneuter Abstieg drohen könnte. Aber so weit ist es längst nicht. „Wir müssen bis zur Winterpause noch ein paar Punkte sammeln und dann ein paar erfahrene Leute holen“, sagt der Macher. Er wird das vermutlich schon irgendwie hinbekommen, so wie in den vergangenen Jahrzehnten auch. Als Erhan Koser bei Türkspor anfing, spielte die Mannschaft noch in der Kreisklasse. „Wir haben uns stetig entwickelt, bis in die Bremen-Liga“, sagt er stolz. Dass seine Mannschaft die höchste Bremer Spielklasse im Sommer nach sieben Jahren wieder verlassen musste, spielte bei seinem Abschied vom Trainerposten allerdings keine Rolle. „Die Arbeit geht vor im Moment“, sagt Koser. Sein Job als Schiffsbauer in Bremerhaven fordert ihn, der Schichtdienst lässt zudem keine regelmäßige Vereinsarbeit mehr zu. „Außerdem müssen jetzt mal andere ran“, findet das Urgestein. Koser möchte sich am liebsten noch weiter zurückziehen von seinen vielfältigen Tä- tigkeiten im Verein. Mit diesem Gedanken trägt er sich freilich bereits seit einiger Zeit: „Wenn ich einen Nachfolger finde, trete ich sofort zurück – aber das sage ich jetzt seit zehn Jahren.“ Erhan Koser ist gespannt auf die Mitgliederversammlung im Mai 2016. Dort stehen Neuwahlen auf dem Programm. Muss der Verein über kurz oder lang also vielleicht mal ganz ohne den Namen Erhan Koser auskommen? „Dann gibt es den SV Türkspor nicht mehr“, sagt Koser lachend. Besonders gut war auch diese Frage nicht. 

Quelle: WESER - KURIER

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